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Marienverehrung im Malteseorden - die Ikone von Philermos

In ihrem Ordensgebet berufen sich die Mitglieder der Souveränen Malteser-Ritterordens "auf die Fürsprache des Seligen Jungfrau Maria von Philermos, des Heiligen Johannes des Täufers und des seligen Gerhard". Johannes ist der Ordenspatron, Gerhard der Ordensgründer - aber worauf verwiest die an erster Stelle genannte Maria von Philermos?

Die Mutter des Erlösers war Schutzpatronin des Ordens seit seiner Gründung. Auf der Insel Rhodos, die der Orden am 15. August 1310 besetzte, wurde die auf dem Berg Philermos griech. "der die Einsamkeit liebende") verehrte Marien-Ikone von den Rittern in hohen Ehren gehalten. Nach alter Überlieferung hatte ein Eremit sie im 11. Jahrhundert aus Jerusalem dorthin erbracht. Als Wallfahrtsbild der "Mutter aller Gnaden" wurde es in der auf der Ruinen einer alten byzantinischen Kirche erbauten so genannten Kreuzherrbasilika aufgestellt. nach Eroberung der Insel durch Suleiman II. verließen am Neujahrstag 1523 die 180 Überlebenden RItter Rhodos mit 4.000 Einwohnern auf etwa 50 Schiffen; das Marienbild nahmen sie mit. Als der Orden 1530 Malta übernahm, wurde die Ikone, unter anderem in der Kirche Sta. Maria della Vittoria und schließlich in Sakramentskapelle der St. Johanneskathedrale in Valetta nach deren Fertigstellung im Jahr 1577 verehrt.

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Ryc. Ikona Matki Bożej z Philermos w koszulce, na której wizerunek Marii wpisany jest w krzyż maltański
 

Nachdem 1796 Napoleon den Orden gezwungen hatte, Malta zu verlassen, begab sich ein Teil der Ritterschaft unter Mitnahme des Gnadenbildes nach St. Petersburg zu Zar Paul I., den sie zu einer Rückeroberung Maltas zu bewegen hoffen. Sie wählten ihn 1798 zum Großmeister. Der Papst erkannte die Wahl nicht an und sein Sohn Alexander I. löste das Großpriorat Russland wieder auf. Durch das ganze 19 Jh. bis an das Ende ihrer Herrschaft verblieb das Bild bei der Zarenfamilie und genoss weiterhin hohe Verehrung. Als Festtag der so genannten "Filermoskaja-Muttergottes" war der 10. Oktober, Tag der Überführung nach Russland im Jahr 1799, festgesetzt worden. Seit 1852 wurde, jedes Jahr am 11. Oktober, die Ikone in feierlicher Prozession vom Winterpalast in die Petersburger Kathedrale getragen und dort zehn Tage lang zur allgemeinen Verehrung aufgestellt. In den Wirren der Jahre nach 1917 galt das Bild zunächst als verschollen. Auf eine Anfrage der italienischen Regierung - seit 1912 waren die Inseln des Dodekanes und damit Rhodos italienisch - erklärte die Sowjetregierung, das Bild sei unauffindbar, übergab aber dem Gouverneur der Inseln eine um 1800 in Rußland gefertigte Kopie; diese hatte der Zar anfertigen lassen, um das kostbare Original bei den Prozessionen zu schonen. Von 1925 bis 1931 wurde diese so genannte "russische Ikone" in der Ordenskathedrale der Stadt Rhodos und nach einer letztlich wenig gelungenen Restaurierung von 1931 bis 1947 im Heiligtum des Berges Philermos verehrt. Seit etwa 1950 befindet sie sich in Italien und seit 1975 in der Kirche S.Maria degli Angeli in Assisi.

 

Wie Nachforschungen schließlich ergaben, war das alte Original nach dem Ersten Weltkrieg aus Petersburg über Kopenhagen und über die russisch-orthodoxe Kirche in Berlin zum Königspalast nach Belgrad gelangt, wo es im Zweiten Weltkrieg wieder verschwindet. 1999 entdecken Ordensmitglieder das Bild im Museum von Cetinje, Montenegro, das Antlitz der Madonna allerdings in einem kaum mehr erkennbaren Zustand. Bemühungen, das Museum, zur Herausgabe an den Orden zu bewegen, sind bisher gescheitert. Im Jahr fertigte der Ikonenmaler Makarius Tauc, Wiesbaden, nach eingehendem Studium des Originals ein Tafelbild, das dem Original wohl am ähnlichsten ist und in der Kapelle der Kommende Ehreshoven einen würdigen Platz gefunden hat.



Mario Graf v. Matuschka
SMOM