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Templer und Johanniter, Freitag der 13. Oktober 1307

Der 13. Oktober 2009 bot Anlass, sich den größten Justizskandals des Mittelaters zu erinnern.

 
Am 13. Oktober 1307, also vor 700 Jahren, öfneten Vertreter des Königs von Frankreich, Philipp IV., im ganzen Land versiegelte und mit dem Datum 14. September 1307 versehene Schreiben mit der klaren Anweisung, die jeder Hinsicht ahnungslosen Ritter des Templerordens zu verhat en. Damit begann die Zerschlagung einer der stolzesten und reichsten Organisationen ihrer Zeit. Es folgten Schauprozesse, durch Folter erpresste Geständnisse vermeintlicher, jedoch in keinem Falle erwiesener Vorgehen, widerrufene Geständnisse und Tod durch die Folgen der Folterungen und auf dem Scheiterhaufen. Die Vorwürfe lauteten Häresie, Blasphemie, Sodomie und Magie. Tatsächlich aber ging Macht und Reichtum des Templerordens. Papst Clemens V., erschüttert über das Vorgehen des Königs und über die grausame Behandlung der Templer, musste sich schließlich der Macht, Gewalt und Habgier des Königs beugen. Am 12. März 1312 hob er auf dem Konzil von Vienne den Templerorden mit der Bulle „Vox in excelso“ auf. Das Drama endete am 18. März 1314 mit dem Tod des letzten Großmeisters, Jacques de Molay, und des Meisters der Normandie,Geofrey de Charnay, auf dem Scheiterhaufen der Ile de la Cité nahe Notre-Dame in  Paris, nachdem sie ihre durch Folter erpressten Geständnisse widerrufen hatten.
 
Nach dem Willen des Papstes sollten das Vermögen und die Besitzungen des aufgelösten Ordensan den Johanniterorden übertragen werden, der gerade damit begonnen hatte, auf Rhodos seinen souveränen Ordensstaat zu errichten. Tatsächlich aber wurde der Templerbesitz weitgehend unter den Herrschern Europas  aufgeteilt und die Johanniter konnten nur nach langwierigen Verhandlungen einen Teil des ihnen zugesprochenen Erbes antreten. So auch in der Markgrafschat Brandenburg,wo es reichen Templerbesitz aber nur wenige Niederlassungen der Johanniter gab. Im Vertrag von Cremmen aus dem Jahr 1318 wurde etwa ein Drittel der Hinterlassenschat der Templer von Markgraf Waldemar an die Johanniter übertragen. Markgraf selbst und die Kirche behielten den Löwenanteil. Gleichwohl hatte sich hierdurch jedoch der Johanniterbesitz in der Markgrafschat so vergrößert, dass in der Folgezeit die Bildung einer Balley zu seiner Verwaltung erforderlich wurde. Am Anfang der Geschichte der Balley Brandenburg des Ritterlichen Ordens St.Johannis vom Spital zu Jerusalem steht daher der grausame Untergang des Templerordens zu Beginn des 14. Jahrhunderts.

Heute gibt es weltweit zahlreiche Gesellschaten und Vereinigungen, die sich mit dem Namen "Templer“ schmücken. Ihnen allen fehlen aber die historische Kontinuität und die kirchenrechtliche Anerkennung durch den Heiligen Stuhl. Im Umgang mit ihnen ist stets Vorsicht geboten.Mit dem Untergang der Templer verbinden sich zahlreiche Mythen,die in der Literatur ihren Niederschlag gefunden haben. Es kann jedoch kein Zweifel daran bestehen, dass der ursprüngliche Orden der Templerritter spätestens mit dem Feuertod seines letzten Großmeisters sein Ende gefunden hat.